41 Simple (But Important) Things To Remember About Decke Gestalten Ideen | decke gestalten ideen

Ist hier etwa einer rechts? In der deutschen Hauptstadt des linken Bildungsbürgertums sind Abweichler nicht leicht zu finden. Foto: Christina Stohn

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In der Wohnung meiner Kindheit waren die Decken museumshoch, stuckverziert, und wir froren. Das Thermostat: 18 Grad. Nicht um Geld zu sparen, sondern um Umwelt und Ressourcen zu schonen. Wir Kinder trugen Wollsocken und dicke Pullover und kannten es nicht anders.

Ich wuchs in einem gutbürgerlichen Viertel auf, wo Hortensien in den Vorgärten blühten und alte Damen ihre Dackel spazieren führten, wo die Väter Juristen, Ärzte, Lehrer waren und die Mütter zwar studiert hatten, nun aber Teilzeit arbeiteten, um den Kindern jeden Tag ein warmes Mittagessen zu kochen. Es war das Westdeutschland der 1980er- und 1990er Jahre unter Kanzler Helmut Kohl. Scheidungskinder, Nichtakademiker und Ausländer waren in dieser bürgerlichen Idylle seltene Abweichungen von der Normalität.

Ein Land, zwei Welten
Unser Nachbarland Deutschland ist tiefer getrennt, als man glauben möchte. Zwei Städte, die für das politisch gespaltene Land stehen, sind Freiburg und Chemnitz. Chemnitz macht Schlagzeilen, weil die AfD und alles, was noch rechter ist, dort wöchentlich durch die Strassen marschiert. Freiburg ist immer noch eine Art Chiffre für das, was oft als deutsches Gutmenschentum verspottet wird. Zwei Autoren von «Das Magazin» haben die beiden Städte besucht. Die Reportage aus Chemnitz lesen Sie hier.

Wenn ich heute mit dem Zug nach Freiburg im Breisgau fahre, in die Stadt der Studierenden, der Fahrradwege und Solarzellen, dann ist das auch eine Reise in meine Vergangenheit. Vor fünfzehn Jahren bin ich weggezogen. Hinter Basel, spätestens wenn die Landschaft hügelig wird und die ersten Weinberge auftauchen, überkommt mich diese eigenartige Mischung von Vertrautheit und Fremdheit, die wohl ein universelles Gefühl des Heimkehrens ist. So beschreibt es auch der französische Soziologe Didier Eribon, und er entstammt einem völlig anderen Milieu. Aufgewachsen in einer Arbeiterfamilie, traf er, erst als er seine Heimat verliess, auf Menschen mit Bildung und Privilegien. Später kappte er alle familiären Bindungen, weil er die Engstirnigkeit und den Rassismus seiner Verwandten nicht ertrug. Ich hingegen traf, erst als ich Freiburg verliess, auf Menschen ohne Bildung und Privilegien. Erst in der Ferne begriff ich, wie glücklich meine Kindheit war, nicht nur weil man sie «behütet» nennen kann, sondern auch weil die Vorstellungen von richtig und falsch, die die Eltern mir mitgaben, sich in meinem weiteren Leben bewährten.

Als meine Eltern in den 1970er-Jahren an die Freiburger Universität kamen, machten die 68er gerade ihren Abschluss. Meine Eltern und ihre Freunde liessen sich die Haare wachsen, zogen ausgeleierte Flohmarktpullis an, lasen Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir, traten marxistisch-leninistischen Gruppen bei. Der Studierenden-Rat kämpfte um die Macht an der Uni, und an die Fassade hatte jemand den Satz gesprüht: «Holger Meins ist tot.» Die Rote Armee Fraktion, die linksextreme Terrororganisation, kam gerade auf, und ihr inhaftiertes Mitglied Holger Meins hatte den Hungerstreik nicht überlebt. Bezeichnenderweise haben meine Eltern sich auf einer Demonstration kennen gelernt.

Tischgebet, geflochtener Zopf, Knicks machen – so war meine Mutter erzogen worden.

Ich kann mir das alles nur noch schwer vorstellen. Heute, in einer Zeit voller Lärm und Ungewissheit, sehnen wir uns nach Klarheit und Orientierung, wie es der Universalhistoriker Yuval Noah Harari so treffend beschreibt. Die Generation meiner Eltern wuchs in einer völlig anderen Stimmung auf. Meine Mutter, die Psychologin, beschreibt es rückblickend als Gefühl der Enge. Es ist Abend, und wir sitzen gemeinsam in der Küche meiner Eltern, wie früher, als ich noch zu Hause wohnte. Es ist noch immer kühler als in meiner Zürcher Wohnung, aber inzwischen stimmt mich das nostalgisch.

Ich bin nach Freiburg gekommen, um herauszufinden, warum die AfD, die neue rechte Partei «Alternative für Deutschland», Menschen wie meine Eltern so hasst. Wir trinken badischen Weisswein, und meine Mutter sagt: «Links zu sein war eine bewusste Entscheidung. Es war aber nicht nur politisches Verantwortungsgefühl, sondern auch deutlich cooler, als rechts zu sein.» Zudem, erzählt sie, war es eine Rebellion gegen die Elternhäuser. Tischgebet, geflochtener Zopf, lange Röcke, Knicks machen, die Gabel korrekt halten – so war meine Mutter erzogen worden. Was meine Generation am meisten von ihrer Generation unterscheide, sagt sie, sei der Umgang mit den Älteren. «Wir hatten ein massives Autoritätsproblem. Für die Elterngeneration empfanden wir eine Mischung aus Respekt und Angst.»

Der Nationalsozialismus war erst dreissig Jahre her, jene, die den Holocaust unterstützt oder zumindest nicht verhindert hatten, lebten grösstenteils noch. Sie sassen in Gerichten, Verlagshäusern, Unternehmen, Universitäten und Regierungen. Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, das Bundesland, zu dem Freiburg gehört, hiess Hans Filbinger und repräsentierte die konservative Mehrheit. Erst als 1978 bekannt wurde, dass er als Richter im Nationalsozialismus mehrere Todesurteile gefällt hatte, musste er zurücktreten.

Die Studienzeit meiner Eltern fiel zusammen mit der Kanzlerschaft von Helmut Schmidt, dessen hundertster Geburtstag dieser Tage in Deutschland gefeiert wird und dessen öffentlichen Deutungen des Weltgeschehens in seinen letzten Lebensjahren kaum einer widersprach. Meine Mutter erinnert sich an Helmut Schmidt vor allem als den deutschen Bundeskanzler, der die Polizei aufrüstete und die Berufsverbote gegen sogenannte Verfassungsfeinde bis 1979 aufrechterhielt. Das Gesetz traf alle, die mit kommunistischen Ideen sympathisierten und zum Beispiel Lehrer werden wollten. Während alte Nazis ihren Beruf ungehindert ausüben konnten, gab es für einige Kommilitonen meiner Eltern keinen anderen Weg, als Taxifahrer zu werden.

Alte Feinde, neue Feinde

Man kann die Debatte, die heute in Deutschland geführt wird, nur verstehen, wenn man diese Zeit versteht: eine extreme Polarisierung zwischen rechts und links, genau wie heute wieder, mit dem Unterschied, dass damals nicht die Rechten, sondern die Linken die Newcomer waren. Die Feindbilder meiner Eltern waren: die alten Nazis, alles Autoritäre, der Kapitalismus, die Atomkraft, das «Establishment». Meine Eltern und ihre Freunde wollten alles anders machen, alles neu erfinden. Sie waren überzeugt, es könne nur besser werden.

Ähnlich geht es heute den Politikern der AfD. Auch sie finden, Deutschland müsse sich radikal verändern, es könne nur besser werden. Ihre Vision ist eine völlig andere: ein starker Nationalstaat, wenige Ausländer, konservative Werte. Ihre Feindbilder: Flüchtlinge, Feministinnen, der Islam, die Europäische Union und vor allem – das «Establishment». Sie verwenden den gleichen Begriff wie die Studentenbewegung der 1970er-Jahre, aber gemeint sind diesmal andere. Es geht der Neuen Rechten nicht um die klassischen Merkmale der Macht – eine privilegierte Herkunft, Bildung, Geld. Die verkörpern sie teilweise selbst. Der Vorsitzende der AfD, Alexander Gauland, hat einen Doktortitel, Beatrix von Storch, eine stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion, ist eine geborene Herzogin.

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«Wenn du mit AfDlern sprechen willst, musst du wohl nach Chemnitz fahren.»Vater

Es geht der Neuen Rechten um das, was damals auch meine Eltern anstrebten: die Deutungshoheit in der Gesellschaft. Es geht darum, wer die öffentliche Agenda bestimmt, wer festlegt, was ein akzeptabler Standpunkt ist und was nicht. Das AfD-Programm sei ein Fahrplan «weg vom versifften links-rot-grünen 68er-Deutschland, von dem wir die Nase voll haben», sagte Jörg Meuthen, einer der zwei Vorsitzenden der AfD. Seither wird dieses Ressentiment gefüttert, und ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, dass es sich gegen genau das Milieu richtet, in dem ich aufgewachsen bin.Ein paar Tage später, meine Eltern und ich sitzen beim Abendessen, befrage ich meinen Vater zur AfD. Nein, er kenne niemanden, der mit der Partei sympathisiere, sagt er. Das überrascht mich nicht, der Freundeskreis meiner Eltern ist noch immer der gleiche wie in den 1970er-Jahren. Heute ist mein Vater Professor an der Universität, an der er damals demonstrierte. «Wenn du mit AfDlern sprechen willst, musst du wohl nach Chemnitz fahren», sagt er.

Aber so einfach ist es nicht. Bei der nächsten Freiburger Regierungswahl wird die AfD mit eigener Liste antreten, das hat sie angekündigt, in manchen Stadtteilen rechnet sie mit zwanzig Prozent. Nicht nur in Ostdeutschland, auch hier im Bundesland Baden-Württemberg ist die AfD laut Umfragen die drittstärkste Partei. Trotzdem: Auch meine Mutter hat noch keinen AfD-Wähler persönlich getroffen. «Und in deiner Praxis?», frage ich, im Wissen, dass dort sehr unterschiedliche Menschen ein und aus gehen. Meine Mutter schüttelt den Kopf: «Auch da nicht, die lassen sich wohl nicht beraten.»

Meine Eltern, die seit über vierzig Jahren in Freiburg leben und bestens vernetzt sind, kennen die AfD nur aus den Nachrichten. Ähnlich geht es meinen Jugendfreunden und -freundinnen. Manche wissen vom Bruder eines angeheirateten Onkels oder von einem entfernten Bekannten, dem sie auf einem Fest vorgestellt wurden, der wohl AfD wählt – mehr nicht. Sie haben im Alltag null Berührung mit den neuen Rechten. Umgekehrt bedeutet das, auch die AfD-Sympathisanten können kaum jemanden aus meinem Milieu kennen. So funktionieren Feindbilder natürlich am besten – aus möglichst grosser Distanz.

Das pädagogische Konzept, das meine Eltern und somit meine Kindheit geprägt hat, erkenne ich rückblickend als die «Politik der ersten Person», also die Politisierung der Privatsphäre. Das Standardwerk dazu hat Kate Millett geschrieben; es heisst «Sexual Politics» und ist ein Plädoyer dafür, Machtverhältnisse innerhalb der Familie neu zu denken. Meine Mutter hat es selbstverständlich gelesen, neben vielen anderen Büchern zum Thema Erziehung, Mutterschaft, gleichberechtigte Partnerschaft. Einige hat sie bis heute aufgehoben, darunter «Vorsicht Kind» von Barbara Sichtermann, eine Anleitung, wie man Kindern auf Augenhöhe begegnet und Männer in die Erziehung einbindet.

Später kamen die Schriften von Élisabeth Badinter dazu. Unter der Parole «Das Private ist politisch» wurde die Familie zu einem ideologischen Kampfplatz, auch wenn meine Mutter das heute anders ausdrückt. Sie sagt: «Wir haben uns wahnsinnig unter Druck gesetzt, mit unseren Kindern alles richtig zu machen, nach der ganzen Theorie, die wir während des Studiums gelesen hatten.»

Bis heute verbindet Freiburg und die Grünen eine besondere Beziehung.

Ich war das erste Kind meiner Eltern und die Theorie noch frisch. Ich ging also in einen sogenannten Kinderladen. Wenn man heute «Kinderladen» googelt, stösst man auf Geschäfte, in denen Markenkleider für Babys angeboten werden, in den 80er-Jahren aber war der Kinderladen ein Gegenentwurf zum autoritären Erziehungsstil, von dem sich meine Eltern abgrenzen wollten. Die ersten Kinderläden eröffneten in ehemaligen Ladenlokalen, daher der Name, und Pädagogik war auch Protestform: Augenhöhe statt Hierarchie. Widerspruch statt Gehorsam. Beziehungen statt Regeln. Wir Kinder sollten lernen, selbst zu denken und selbst zu bewerten, um später als Erwachsene keinesfalls wie eine Herde Schafe in den nächsten Weltkrieg zu trotten. Es gab ein ständiges Schuldbewusstsein aufgrund der Geschichte.

Im Kinderladen konnte man machen, was man wollte. Sich im Schlamm wälzen, die Haare abschneiden, schlafen, Löffel verbiegen – so jedenfalls habe ich es in Erinnerung. Nachmittags wurde man von einem Erzieher in einem Auto mit dröhnenden Boxen nach Hause gefahren. Das ganze Ausmass des Unkonventionellen begriff ich erst, als ich meine Schwester in dem kirchlichen Kindergarten besuchte, in den sie wechselte, weil er besser lag. Dort gab es keinen Frank mit langen Haaren, sondern nur Betreuerinnen und vor allem sehr viele Regeln. Picknicken im Stuhlkreis, gemeinsames Liedersingen, Draussenspielen nur zu bestimmten Zeiten.

Auch zu Hause folgte unsere Erziehung einer grösseren Idee. Keine Barbies, kein Rosa, kein Plastikspielzeug. Wir machten in der Wohnung nur so viel Licht wie nötig und gingen mit Jutesäcken einkaufen. 1977 verhinderten meine Eltern gemeinsam mit anderen Aktivisten und badischen Winzern den Bau des ersten deutschen Atomkraftwerks, und in ihrem Küchenregal steht bis heute eine handgetöpferte Tasse mit dem Schriftzug «AKW – nein danke».

Es war eine deutschlandweite Bewegung, nach und nach schälten sich aus dem Protest gesellschaftliche Strukturen heraus: Erst der Verein «Bund für Umwelt und Naturschutz», dann die linke Tageszeitung «taz», die meine Eltern sofort abonnierten, und 1980 die Partei «Die Grünen», die meine Eltern von nun an wählten. Bis heute verbindet Freiburg und die Grünen eine besondere Beziehung: Nirgends in Deutschland hat die Partei so viele Unterstützer wie hier. Seit 2011 regiert in Baden-Württemberg der erste und bis heute einzige grüne Ministerpräsident.

Die grüne Musterstadt

Wenn ich woanders in Deutschland erzähle, dass ich in Freiburg aufgewachsen bin, dann leuchten die Augen, als sprächen wir über die letzten Ferien. So viel Sonne, so grün, die schöne Altstadt, Spargel und Erdbeeren, diese offenen Menschen. Alle beneiden mich. Wie also kann die AfD diesen Lebensentwurf abschaffen wollen?

Ich besuche Maria Viethen, Freiburgs bekannteste Grünen-Politikerin. In den 1970er-Jahren besetzte sie Häuser und verkehrte im gleichen Freundeskreis wie meine Eltern. Heute ist sie Rechtsanwältin und sitzt seit 24 Jahren in der Stadtregierung. An einem Sonntagnachmittag öffnet sie mir die Wohnungstür, sie hat gerade ihre Enkelkinder verabschiedet. Dass Freiburg heute so grün ist, liegt auch an ihr. Die 68er-Generation hatte sich für die Weltrevolution interessiert, Maria Viethen und ihr Mann hingegen interessierten sich für Freiburg und stiegen direkt nach dem Studium in die Lokalpolitik ein.

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Die linken Bildungsbürgerinnen und -bürger in Freiburg lassen es nicht nur sich selbst gut gehen: Das ganze Land hat von ihren Ideen profitiert. Foto: Christina Stohn

«Warum wählen die Menschen hier die AfD?», will ich wissen. Viethen kennt – wie meine Eltern – niemanden persönlich, der mit den Rechten sympathisiert. Aber kürzlich führte sie ein Gespräch mit einem Lokaljournalisten, das sie nachdenklich stimmte. «Er sagte zu mir: Ihr habt doch überall gesiegt: das ganze Multikulti, Schwule, die Kinder adoptieren dürfen, Fahrradwege und Solarzellen. Ihr übergeht Leute, die schweigen, für die das alles nicht so nah ist. Ihr müsst doch nicht versuchen, die Gesellschaft zu hundert Prozent nach euren Vorstellungen zu gestalten. Das weckt Unmut.»

In Freiburg ist der Mainstream grün und liberal – so sieht es auch Maria Viethen. Als die Stadt 2015 Unterkünfte für Flüchtlinge suchte, erzählt sie, kamen mehr Leute, die Flüchtlinge unterbringen wollten, als Flüchtlinge. Bei Demonstrationen gegen Pegida laufen regelmässig mehrere Tausend Leute mit, was viel ist bei einer Stadt mit 220’000 Einwohnern. Sogar als 2016 ein Afghane eine Studentin vergewaltigte und ermordete, ein Fall, der deutschlandweit Aufsehen erregte, seien die Freiburgerinnen und Freiburger besonnen geblieben.

Gerade erschüttert wieder ein Gewaltverbrechen die Stadt: Eine junge Frau ist vergewaltigt worden, und weil die Tatverdächtigen überwiegend aus Syrien stammen, hat die AfD zu einer Demonstration aufgerufen – mehr als dreimal so viele Menschen schlossen sich aber der Gegendemonstration an.

«Ich denke, ob man mit der AfD sympathisiert oder nicht, ist weniger eine Frage des Geldes als der Kultur», sagt Maria Viethen. «Es hängt vor allem davon ab, ob man sich Veränderungen gegenüber verschliesst, weil sie einem Angst machen, oder ob man sich stark genug fühlt, sie anzunehmen.»

Die Konservativen meiner Kindheit, so schien es mir, repräsentierten die Vorkriegsvergangenheit.

Das Wort «Gutmensch» hört man vielleicht deshalb wieder öfter, weil diejenigen, die es verwenden, der Meinung sind, Leute wie meine Eltern oder Maria Viethen hätten einen absurd hohen moralischen Anspruch, utopische Vorstellungen des Zusammenlebens, die man sich nur leisten kann, wenn man eine schöne grosse Wohnung hat und genug Geld.

Tatsächlich hatten meine Eltern wenig Geld, als ich klein war. Mein Vater machte eine teure Ausbildung zum Psychoanalytiker, und meine Mutter konnte mit drei kleinen Kindern nur stundenweise arbeiten. Sich von ihren Eltern unterstützen zu lassen, hätte dem politischen Selbstverständnis meiner Eltern widersprochen. Es gab also oft Spaghetti, wir trugen gebrauchte Kleider und gingen nie ins Kino oder den Europapark, was aber ebenfalls in das politische Selbstverständnis meiner Eltern passte, denn Konsum fanden sie verachtenswert. Der einzige Luxus war unsere grosse Wohnung.

Unser einfaches Leben war selbst gewählt. Ich kann mich nicht erinnern, meine Mutter jemals beim «Shoppen» begleitet zu haben – das Wort würde ihr gar nicht über die Lippen kommen. Ist es vielleicht gerade das, was AfD-Menschen provoziert: dieser lässige, selbstbewusste Verzicht? Ein bisweilen demonstrativer Verzicht auch, der allen, die das neue iPhone und Ferien in der Karibik wollen, mitteilt: Wir sind die Guten, ihr seid die Doofen?

Natürlich gab es bereits in den 80er- und 90er-Jahren Konservative in Freiburg. Sie lebten in den gleichen Vierteln wie wir, und man erkannte sie an ihrer Kleidung: Siegelringe, Barbour-Jacken, Seidenfoulards. Auch ihre Wohnungen waren anders eingerichtet, mit Antiquitäten und Perserteppichen. An Weihnachten sassen sie vor uns in der Kirche und erschienen mir zwar ein bisschen steif und altmodisch, aber sonst war nichts gegen sie einzuwenden. Auf angenehme Weise erinnerten sie mich an den letzten Besuch bei meinen Grosseltern, wo ebenfalls Ölbilder an den Wänden hingen und mit Silberbesteck gegessen wurde. Die Konservativen meiner Kindheit, so schien es mir, repräsentierten die Vorkriegsvergangenheit. Sie interessierten sich nicht für die gesellschaftlichen Probleme, die bei uns zu Hause diskutiert wurden, AKWs, Nazis, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit, aber sie störten auch niemanden. Ihr Konservatismus war Privatsache.

Heute stehen im Wohnzimmer meiner Eltern Barockkommoden und Ming-Vasen.

Meine Eltern waren durch ihre Studienzeit geprägt, aber natürlich keine neuen Menschen geworden. Sie waren beide in (gross-)bürgerlichen Familien aufgewachsen, und das traf auch auf die meisten ihrer Freunde zu. Kaum jemand kam aus einer Arbeiterfamilie, und es galten strenge protestantische Werte. Sie hatten nicht nur gemeinsame Ideen für die Zukunft, sondern auch eine ähnliche Vergangenheit.

Meine Mutter erinnert sich, dass ihre Eltern sich eine Zeit lang sehr um sie sorgten. Und zwar, nachdem bekannt wurde, dass viele Mitglieder der Rote-Armee-Fraktion aus protestantischen, bürgerlichen Elternhäusern kamen. Seit Anfang der 70er-Jahre verübte die RAF Banküberfälle, Sprengstoffattentate, Geiselnahmen und Morde an Politikern. Die prinzipiengeleitete Erziehung des deutschen Bürgertums schnellte nun wie ein Bumerang zurück: Genauso konsequent und unerbittlich, wie sie erzogen worden waren, rechneten die RAF-Terroristen nun mit dem verhassten Staat ab, dem sie vorwarfen, die Nazivergangenheit zu vertuschen und Andersdenkende mundtot zu machen. Die Sorgen meiner Grosseltern waren unnötig. Meine Mutter spricht zwar bis heute von RAF- «Mitgliedern» statt von Terroristen und demonstrierte für bessere Haftbedingungen, aber Gewalt lehnte sie immer ab.

BMW und bürgerliche Wende

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Mit der Zeit wurden meine Eltern pragmatischer, drei kleine Kindern halfen sicher dabei. Wir machten Ferien in Spanien, auch wenn man dafür ins Flugzeug steigen musste, und kauften Papiertaschentücher, obwohl das unnötigen Müll produzierte. Als wir älter wurden und meine Grosseltern starben, erbten meine Eltern. Nicht so viel wie die Oetkers und Quandts, aber deutlich mehr als der Durchschnitt. Mein Vater kaufte eine Wohnung, die noch etwas grösser war als unsere alte. Ausserdem einen gebrauchten BMW, was zu Streit zwischen meinen Eltern führte, weil meine Mutter darin – anders als in unserem alten VW Passat – ein Statussymbol der Bonzen sah. Vermutlich kam ihr auch der Gedanke, dass ihre Freunde, mit denen sie früher Plakate geklebt hatte, diese Entscheidung ebenfalls als Verrat betrachten könnten. Mein Vater setzte sich durch, und meine Mutter arrangierte sich mit dem BMW.

Heute stehen im Wohnzimmer meiner Eltern Barockkommoden und Ming-Vasen, Erbstücke der Grosseltern. Doch in der Küche wird weiterhin aus der Anti-AKW-Tasse getrunken und die kaputte Salatschleuder aus WG-Zeiten benutzt. Auf einer Demonstration waren meine Eltern schon lange nicht mehr, aber sie lesen weiterhin die «taz», und meine Mutter wählt konsequent grün. Vor einigen Jahren gab mein Vater seine Stimme erstmals der CDU, es war eine Entscheidung für Angela Merkel, der er am ehesten zutraute, die Finanzkrise zu bewältigen. Ich wollte das erst nicht glauben, meine Mutter war empört. Aber spätestens seit die Frauenquote und der Atomausstieg beschlossen sind, die Flüchtlinge willkommen geheissen und nun sogar die Homo-Ehe verabschiedet, finden auch wir Angela Merkel eine gute Politikerin.

Meine Eltern sind bürgerlicher geworden, aber die CDU ist unter der Führung von Angela Merkel auch liberaler geworden. Auf den Rückscheiben der parkenden Autos in unserem Viertel kleben noch immer Sticker wie «Kein Mensch ist illegal» und «Wald und Klima retten».

Mein Vater wäre nicht mein Vater, wenn unser Gespräch über die AfD ihn nicht nachdenklich gemacht hätte. Als er im Theater einen Kollegen trifft, fragt er ihn, ob er jemanden von der AfD kenne. Der Kollege nennt ihm den Namen einer Politologin.Ich treffe Elke Fein in einem Café, und sie sagt gleich, dass sie den Namen der Partei nur ungern laut ausspricht. Fein, die mit ihrem herzlichen Lächeln und ihrem dunkelroten Wollblazer genauso Mitglied der Grünen sein könnte und die Partei auch schon gewählt hat, wurde 2013, gleich nach Gründung der AfD, Sprecherin der AfD Baden-Württemberg. Ihr Thema: die Europäische Union. Ein überdimensioniertes Gebilde, an dem sie vieles stört. Griechenland und eigentlich auch Italien sähe sie lieber nicht in der Währungsunion.

«Früher konnten wir uns nicht vorstellen, Freunde zu haben, die andere politische Ansichten haben.»Mutter

Elke Fein gehörte zu den Pionieren der AfD. Menschen wie sie haben die Partei gross gemacht, die in ihrer Anfangszeit wohl die deutsche Partei mit den meisten Akademikern war und weder rechts noch links sein wollte. Aber es dauerte nicht lange, dann übernahmen andere – erst Frauke Petry, später Alice Weidel, Alexander Gauland, Björn Höcke, radikalere Figuren, die vor allem gegen Flüchtlinge wettern und sich nicht von Neonazis abgrenzen.

Nach nur eineinhalb Jahren trat Elke Fein wieder aus der Partei aus. Das lag vor allem am neuen ideologischen Kurs, aber auch daran, dass die Undifferenziertheit und das Machtgerangel des Politikbetriebs sie nervten. Zudem erlebte sie ihre frühere AfD-Kandidatur zunehmend als «existenzielle Bedrohung». Studierende äusserten sich in ihren Seminaren «betroffen», sagt sie, Kollegen machten spitze Bemerkungen. Viele schwiegen, aber auch das schien ihr bezeichnend. Sie hatte Angst, Lehraufträge zu verlieren. Aus einer selbst organisierten solidarischen Landwirtschaftskooperative, wo sie Gemüse anbaute, warf man sie raus, nachdem mehrere Mitglieder sich geweigert hatten, mit ihr Tomaten zu ernten oder auch nur auf der gleichen Bank zu sitzen.

Ähnliche Erfahrungen hat Andreas Schumacher gemacht, ein 25-jähriger Germanistik- und Politikstudent und Mitglied des Freiburger AfD-Vorstands, den ich ebenfalls zum Gespräch treffe. Freiburgerinnen und Freiburger, dachte ich immer, sind super aufgeklärt und vorurteilsfrei. Aber offenbar endet die Toleranz manchmal da, wo mangelnde Toleranz vermutet wird. Die Intoleranten werden nicht toleriert. Das ist nachvollziehbar, weil es darum geht, gewisse Werte zu verteidigen, aber natürlich auch widersprüchlich, wenn man für Meinungsfreiheit ist.

«Früher konnten wir uns nicht vorstellen, Freunde zu haben, die andere politische Ansichten haben», sagt meine Mutter. «In einer gewissen Weise stehe ich dazu, aber auf eine andere Weise ist das natürlich borniert. Denn daraus erwächst eine gewisse Arroganz.»

Fühlen sich Menschen wie Fein und Schumacher von diesem Überlegenheitsdünkel gekränkt? Vom Gutmenschentum drangsaliert?

«Ich habe oft das Gefühl, ich sage jetzt lieber nicht, was ich denke», sagt Elke Fein. Sie hat die Erfahrung gemacht, wenn sie die EU kritisiert und mit nationalen Interessen argumentiert, gilt sie schnell als Nazi. Es sei gar nicht möglich, eine kontroverse Diskussion zu führen. Für Positionen jenseits der Mehrheitsmeinung müsse man sich ständig rechtfertigen, das sei auf Dauer anstrengend.

Mit der Parteipolitik hat sie abgeschlossen, heute moderiert sie unter anderem Treffen zwischen Menschen mit unterschiedlichen Sichtweisen zum Thema Migration. Ziel ist, einander zuzuhören und respektvoll miteinander zu reden. Ein Vater, der mit AfD-Positionen sympathisiert, erklärt zum Beispiel einem Alt-68er, warum es ihm Angst macht, wenn seine Tochter allein nach Hause radelt, im Dunkeln vorbei an den Flüchtlingsunterkünften.

Sieger und Verlierer

Die Willkommenskultur, die Deutschland heute massgeblich prägt, geht zurück auf die Idee der internationalen Solidarität. In den 1970er-Jahren exzentrisch, heute Mainstream. So erging es auch anderen Ideen. Die antiautoritäre Erziehung ist nun so selbstverständlich, dass niemand das Wort mehr benutzt. Alle sind sich einig, dass man Kinder weder anschreien noch schlagen darf, ebenso, dass auch die Väter Zeit mit ihnen verbringen sollen, der deutsche Staat ermuntert sie sogar finanziell dazu. Die Verbrechen der Nationalsozialisten wurden von Kunst und Politik aufgearbeitet. Bioläden gibt es an jeder Ecke. Die Psychologie ist eine anerkannte Wissenschaft – und jeder, der will, kann im Che-Guevara-T-Shirt herumlaufen.

Meine Eltern sind jetzt Anfang sechzig, zufrieden mit ihrem Leben und zufrieden mit Deutschland. Sie möchten, dass alles im Wesentlichen so bleibt. Das ist die Definition von konservativ – conservare, lateinisch für bewahren, erhalten. Ich verstehe meine Eltern: Sie haben genug Geld, interessante Jobs, und ihre Ideen haben sich politisch durchgesetzt. Ihr Lebensmodell übt eine grosse Anziehungskraft aus. Das sieht man auch daran, dass viele aus meiner Generation nach dem Studium zurück nach Freiburg ziehen, in die Viertel, in denen sie aufgewachsen sind, in die Nähe der Grosseltern, mit denen sie sich gut verstehen. Nicht wenige kaufen mithilfe der Eltern Wohnungen oder Häuser, manche übernehmen sogar deren Praxen oder Kanzleien. Sie wollen, dass ihre Kinder so aufwachsen wie sie selbst. Sie haben kein Bedürfnis nach Rebellion. Im Gegenteil, sie wollen möglichst ähnlich leben wie ihre Eltern.

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Die Burschenschaftler – was haben wir die belächelt. Diese armseligen Gestalten.

«Bionade-bourgeois» nennt Andreas Schumacher dieses Milieu – Leute, «die im Mercedes zum Bioladen fahren». Sein Vater ist Hausmeister, die Mutter arbeitet in der Schwangerenberatung. Schumachers Thema ist die klassische Familie, die er bedroht sieht vom Genderwahn, von hohen Scheidungsraten, Adoptionsrecht für Homosexuelle. Er will Deutschland als Nationalstaat stärken und eine Politik nicht für Minderheiten, so sieht er es. Sein Grossvater las die «Junge Freiheit», die rechteste Tageszeitung, die man in Deutschland kaufen kann, so begann Schumacher sich für Politik zu interessieren. Er verteidigt Björn Höckes Parolen, sagt aber auch: «Alles, was nicht mehr demokratisch ist, hat keinen Platz bei uns.» Unser Viertel kennt er von den Partys in der Burschenschaft «Saxo-Silesia», deren schöne Altbauvilla man vom Küchenfenster meiner Eltern aus sieht.

Die Burschenschaftler – was haben wir die belächelt. Diese armseligen Gestalten, die mit seltsamen Wimpeln vor der Brust und einem Bollerwagen voller Bier im Morgengrauen die Strasse heruntertorkelten. Aliens. Ein Freund meines Bruders zog als Student in ein Burschenschaftshaus, was niemand im Freundeskreis verstand, und fortan erheiterten uns die Geschichten über die «jungen Füchse», die von den Älteren als Diener missbraucht wurden, über die Kotzwanne im Keller und über die «Alten Herren», ehemalige Mitglieder, die nachts mit Operationsbesteck anrückten, um Platzwunden zu nähen – das Ergebnis illegaler Fechtkämpfe. Sie mussten als Kinder gemobbt worden sein, vermuteten wir, oder sie konnten sich der Familientradition nicht entziehen – jedenfalls waren sie in unseren Augen bemitleidenswert. Heute sind viele Burschenschaftler aktive AfD-Politiker, der Dachverband hat sogar eine AfD-Wahlempfehlung veröffentlicht, denn sie haben viel gemein: keine Frauen, keine Ausländer, dafür Patriotismus und reaktionäre Werte. Das bestätigt natürlich alle Vorurteile, die wir immer hatten.

Nach Hawaii

Meine Mutter ist sofort bereit, mit mir der Frage nachzugehen, wer die Menschen sind, die die AfD wählen. Sie schlägt vor, am Tag der Deutschen Einheit statt in den malerischen Weinreben des Hausbergs Kaiserstuhl in den städtischen Problemvierteln spazieren zu gehen. Von unserer Haustür sind es zu Fuss nur wenige Hundert Meter, bis man zwischen Hochhäusern steht. Ich war wohl vierzehn, als José mich zum Geburtstag einlud, ein Klassenkamerad, der mit seiner alleinerziehenden Mutter hier wohnte. Es war das einzige Mal, dass ich eines dieser Häuser betrat. Später war ich für Recherchen in Slums überall auf der Welt, aber die Besuche in meiner Heimatstadt verbrachte ich im Villenviertel.

Wir laufen weiter, und ich hätte gern einen Kaffee. Wir sind nun in «Hawaii», wie der Stadtteil Haslach-Weingarten auch genannt wird, wobei ich nicht weiss, ob sich das die Leute in meinem Viertel ausgedacht haben oder diejenigen, die in «Hawaii» wohnen. Jedenfalls trinkt man hier wohl nicht Cappuccino, wie in der Innenstadt. Hier gibt es keine Cafés mit Sonnenterrasse, sondern nur Kioske. Wir bestellen also Spezi, eine Mischung aus Cola und Fanta, und blicken auf die Strassenbahnhaltestelle. Ein paar Männer mit Bierflaschen sitzen auf einer Mauer – Deutschrussen. Potenzielle AfD-Wähler seien das, hatte Andreas Schumacher gesagt. Am Kiosk gibt es viele russische Zeitungen, und Putin unterstützt die AfD. Eine Jungs-Gang lungert mit ihren Fahrrädern vor dem Kiosk herum. «Hey, ihr da, geht was Richtiges spielen!», schimpft ein Mann in gebrochenem Deutsch. Frauen sieht man keine. Jedes Tram, das hält, kippt eine Ladung Menschen aus, die schnell in den Eingängen der Hochhäuser verschwinden.

Zwei dieser Hochhäuser sollten vor einigen Jahren privatisiert werden. Meine Mutter stimmte dafür, weil die Stadt das Geld angeblich brauchte, wovon mehrere Freunde, die inzwischen in der Politik sind, sie überzeugten. Aber die Mehrheit der Freiburger war dagegen, wählte also linker als meine Mutter, weshalb das Vorhaben gekippt wurde und die Häuser im Stadtbesitz blieben. «Wer mit zwanzig kein Revolutionär ist, hat kein Herz, und wer es mit vierzig immer noch ist, hat keinen Verstand», dieser Satz wird dem Dichter George B. Shaw zugeschrieben. Auch meine Eltern sind mit dem Alter bürgerlicher geworden. Wir laufen weiter und kommen zu einem Abenteuerspielplatz, ebenfalls eine Erfindung der 70er-Jahre – Kinder sollten im Freien herumtoben, Baumhäuser bauen und sich eigene Spiele ausdenken – und ein Hinweis darauf, dass wir noch immer in Freiburg sind.

Meine Mutter kennt diesen Stadtteil und seine Probleme. Als Psychologin berät sie Sozialarbeiter, die hier im Einsatz sind. Plattenbauten, Dönerbuden, Shisha-Bars und Menschen, die so aussehen, als hätten sie noch nie ein Buch gelesen. Ich gebe zu: Hier würde ich nur ungern wohnen. Ich glaube aber nicht, dass sich daran etwas änderte, würde die AfD regieren.

Das kollektive Schuldbewusstsein in Deutschland schwindet langsam, die rechten Ideen werden enttabuisiert.

Georg Cremer, ein Studienfreund meiner Eltern, heute Generalsekretär bei der Caritas, hat kürzlich das Buch «Armut in Deutschland» veröffentlicht. Darin widerspricht er der These, die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland gehe immer weiter auf. Es ist eine Klage, die ursprünglich von den Linken stammt; nun wird sie von den Rechten genutzt. Cremer schreibt, es sei kein Zufall, dass populistische Parteien die Fassade einer sozialen Agenda aufbauten, ohne damit eine praktikable Sozialpolitik zu verbinden. So würden sie nicht den Armen helfen, sondern im Gegenteil, die Angst in der Mitte der Gesellschaft verfestigen, und das wiederum untergrabe die Bereitschaft zur Solidarität.

Natürlich wäre es schön, wenn es in Deutschland keine Populisten und in Freiburg keine AfD gäbe. Aber warum soll hier möglich sein, was überall sonst offenbar unmöglich ist? Das kollektive Schuldbewusstsein in Deutschland schwindet langsam, und damit werden auch die rechten Ideen enttabuisiert.

«Wir haben damals auch viel Mist gemacht», sagt meine Mutter, als wir nachmittags zu Hause Kuchen essen. Aus Daniel Ortega in Nicaragua und Robert Mugabe in Zimbabwe wurden nicht die politischen Lichtgestalten, die meine Eltern sich in den 70er-Jahren erhofften, sondern nur die nächsten Diktatoren. Das Erbe von Lenin und Mao entzauberte sich spätestens durch das Ende der Sowjetunion, und um die Forderung nach Abschaffung des Privateigentums ist es still geworden, genauso wie nicht die Kommune, sondern die Kleinfamilie unser vorherrschendes Gesellschaftsmodell ist.

Ein besseres Land

Ich habe über eine Woche bei meinen Eltern gewohnt, ihnen viele Fragen gestellt, auch kritische, aber am Ende muss ich sagen: Ich finde, sie haben vieles richtig gemacht. Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten ein besseres Land geworden, nicht nur in unserem schönen Villenviertel, sondern auch für die meisten anderen, und das liegt auch daran, dass viele Ideen der Studentenbewegung heute Gesetze sind. Sicher sollten wir manchmal besser zuhören, Menschen wie Elke Fein zum Beispiel.

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«Man glaubt ja immer, man selbst sei im Recht», hat sie selbstkritisch gesagt. Das trifft natürlich auf jedes Milieu zu. Würde ich heute anders denken, wenn meine Eltern wie der Grossvater von Andreas Schumacher früher die rechte Tageszeitung die «Junge Freiheit» gelesen hätten? Vielleicht.

Im Frühsommer wird die AfD wohl in die Freiburger Stadtregierung einziehen. «Ich denke nicht, dass wir die so schnell wieder loswerden», sagt die Grüne Maria Viethen.Als ich mich von meinen Eltern verabschiede und im Zug sitze, nehme ich mir vor, bald wieder in meine Heimat zu fahren, um zu sehen, was aus ihr wird. Es fühlt sich jetzt nicht mehr nach Vergangenheit an. (Das Magazin)

Erstellt: 14.11.2018, 18:09 Uhr

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Decke Gestalten Ideen – vitaplaza

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Zimmerdecke gestalten » Ideen  | decke gestalten ideen

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